Nachts im Museum - soli-hessen

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Nachts im Museum

Es ist ein kalter 11. Mai 2012. Dunkle unheilvolle Wolken ziehen herauf. Es weht ein kräftiger Wind in den Straßen von Frankfurt. 
Die erste kleine Gruppe überschreitet die Senckenberganlage gegen 17:40 Uhr bei grüner Fußgängerampel. 
Ihr werden erste Vorboten des kommenden Regens ins Gesicht geblasen. Schnell retten sie sich in den Eingang zum Bistro des Senckenbergmuseums.

Kurz darauf befinden sie sich im angenehmen Ambiente des Käfer-Restaurants und können feststellen, 
dass bereits für alle 45 Teilnehmer die Tische gedeckt sind und die Mitarbeiter des Bistros die Gäste erwarten.
Es beginnt stärker zu Regnen. Ein Blick nach draußen lässt ahnen, dass die anderen Teilnehmer gleich in einen ziemlichen Schlamassel kommen. 
Es wird immer schlimmer. Die Tropfen werden dicker und schwerer. Sie klatschen hart und laut auf das Glasvordach des Einganges. 
Nach wenigen Minuten lässt es aber deutlich nach und die anderen Teilnehmer können aus ihrem Versteck heraus und schnell in das Bistro flüchten.
Teilnehmer
Ilse und die Kinder
Fast alle sind drinnen. Eine kurze Besprechung und schon kann es los gehen.
 Bevor es aber zum Abenteuer „Nachts im Museum“ gehen kann, müssen sich alle Teilnehmer erst einmal stärken. 
Schließlich wird es ein langer Weg durch die dunklen Gänge des Museums. Was uns dort wohl alles erwarten wird?
Beim Essen kommt die Sonne raus und hebt die Stimmung der Teilnehmer. Alle haben einen guten Appetit und Durst. 
Die Zeit vergeht und mit weniger Essen auf den Tellern wächst die Spannung auf das Ereignis des Abends.

Doch was ist das. Es wird dunkel. Es ist aber erst um sieben! Das kann nicht sein. Es ist noch viel zu früh am Abend. 
Ein Blick aus dem Fenster offenbart die Ursache. Dunkle, fast schwarz-graue Wolken ziehen heran. Sie umspielen die Frankfurter Hochhäuser. 
Lassen kurz darauf ihre Spitzen verschwinden. Regen setzt ein und verstärkt sich zu einem mahnenden Trommeln auf die Dächer. 
Diese verschwinden immer mehr im Regenvorhang. Bald sind sie nicht mehr auszumachen. Selbst die Häuser der anderen Straßenseite sind nur noch schemenhaft zu erkennen. 
Die Grautöne der herab sausenden Regentropfen verbinden sich mit dem Grau der Häuser.

Es wird noch dunkler. Plötzlich zuckt ein greller Blitz durch den Himmel. Kurz darauf kracht es und die Luft erzittert in fast endloser Zeit. 
Sind dies Vorboten für die Ereignisse im Museum? Einige werden nervös, fragen: „Was ist das? Was wird passieren?“
Es vergeht noch einige Zeit und es kommen unsere Museumsführer. Wir gehen vom Bistro direkt in das dunkle Museum, werden nach unten in das Foyer geleitet. 
Dort können wir unsere Sachen ablegen und unsere Taschenlampen nehmen. Die Lichtstrahlen huschen auch sogleich über die Wände, an den Säulen entlang und in die Gesichter der anderen. 
Sie zeichnen unwirkliche Figuren und lassen sie wild an den Wänden tanzen. Es donnert draußen noch einmal mahnend.

Wir teilen uns in vier Gruppen auf und schließen uns den vier Museumsführern an. Wir werden von unserem Führer kurz auf die von den Dingen im Museum ausgehenden Gefahren hingewiesen. 
Wir sollen unbedingt darauf achten, zusammen zu bleiben und aufeinander aufzupassen.
Zunächst stolpern wir im Schein der hin und her huschenden Lichtpunkte die Treppe hinauf in den ersten Stock. 
Dort erwartet uns erst einmal ein Tier mit einer Heckenschere ähnlichen Schnauze. 
Es schwebt kurz über den Boden. Im Schein der Lichter scheint es sich zu bewegen. Aber zum Glück ist es nur eine Sinnestäuschung. 
Puh…, keine Rasur an den Beinen!
Wir gehen weiter in einen extra abgesperrten Bereich. Dieser ist wohl besonders gefährlich? Sonst wäre er ja nicht besonders abgesichert, selbst wenn niemand mehr im Museum ist! 
Es herrscht auf einmal einmal auffallende Stille. Alle sind gespannt und die Luft scheint vor Spannung der Teilnehmer zu knistern. 
Unser Führer sagt, wir gehen jetzt in den Teil des Museums, in dem sich die Ausstellungsstücke bewegen. Wir gehen in die Dunkelheit des Raumes. 
Von den Lichtstrahlen funkeln Gläser und werfen neue Lichtpunkte im Raum hin und her. Wir nähern uns gespannt den Objekten. 
Es sind Glasvitrinen. Wir schauen hinein. Es bewegt sich was. Aber nur ganz langsam. Macht nichts. Sieht erschreckend aus. 
Denn es sind Spinnen. Echte, lebende Spinnen. Harmlose, weniger harmlose und besonders gefährliche Exemplare. Welche mit Fell und auch welche ohne Fell mit rotem Punkt. 
Achtung, schwarz mit rotem Punkt. Nicht klopfen, nicht die Vitrine umstoßen, sonst … sonst wird’s schlimm. Denn in diesem Schaukasten sind Schwarze Witwen ausgestellt! 
Klein, aber gemein. Diese Tierchen haben was Besonderes. Keine großen Kräfte, oder scharfen Zähne, nein sie haben äußerst wirkungsvolles Nervengift. 
Dies einmal injiziert, kann tödlich sein! Uns läuft es eiskalt den Rücken hinunter. Doch lieber schnell wieder raus ins Museum.

Kurz streifen wir an Meerestieren vorbei und sehen kleine und große Präparate. Etwas fällt aber besonders auf, es scheint ein Kopf zu sein. 
Riesige Kiefer mit scharfen Schneiden an der Front.

Wir gehen vorbei an unzähligen Vitrinen mit präparierten Vögeln. Zum Teil sind sie uns bekannt, aber viele haben wir noch nicht einmal im Fernsehen gezeigt bekommen. 
Winzig kleine bis riesengroße Vögel. Einige sind nicht mal flugfähig! Dann bleiben wir vor einem stehen und bekommen erzählt, dass dieser Vogel fast ausgestorben wäre, hätte man nicht radikale Maßnahmen ergriffen. 
Inzwischen hat sich der Bestand zwar erholt, doch sind es immer noch sehr wenige Tiere. 
Gleich daneben ein kleiner anderer Vogel. Auf die Frage wo der den lebe, konnte unser Führer nur noch bedauernd sagen, dass es diesen gar nicht mehr lebendig gäbe. 
Wir Menschen haben ihm den Garaus gemacht. Gejagt, die Bedingungen des Lebensraumes so stark verändert, dass es keinen Platz mehr für diese Tiere gab. Jetzt können wir ihn nur noch im Museum bestaunen.



Im Licht der Lampen wirken aber alle Tiere anders als wir sie kennen. Sie wirken viel gefährlicher. Stechend blickende Augen, kleine spitze Schnäbel oder große krumme Schnäbel, die wie ein Säbel scheinen oder scharfe Krallen an den Füßen.

Wir gehen weiter. Es kommt ein Dschungel. Dichtes Gewirr an Blättern und tief hängenden Ästen über einem Wasser. Was ist das? Ein Krokodil? Es bleibt versteckt, die huschenden Lichter ergeben kein klares Bild. Lieber schnell weiter.

In einem Gang werden rechts und links einheimische Tiere gezeigt. Doch was jetzt? Eine Taschenlampe fällt aus. Es wird dunkler. Was war das doch gerade auf der rechten Seite? Füchse! Puhhh…. Aber was ist das? Schnell die Lampen wieder an! Nein, sie geht nicht mehr. Zum Glück haben wir mehrere dabei. Licht nach links. Schreck! Das sind ja Wölfe. Die Schatten tanzen wie wild hin und her. Alle sind aufgeregt. Es sah aus, als hätten sie sich gerade bewegt. Doch die eigenen Sinne haben uns getäuscht. Alle beruhigen sich und gehen weiter.

Wir kommen zu den großen Landtieren unserer Zeit. Elche, Krokodile und Tiere der Savanne schauen uns gebannt aus ihren Vitrinen an. Eine Löwin liegt gespannt auf der Lauer, wie um ein vorbei kommendes Opfer zu schlagen und zu verspeisen.

Im Weiteren gehen wir wieder die Treppe hinunter und tauchen ein in die Urzeit. Hier gibt es kein Fell mehr. Es bleibt unserer Fantasie überlassen, Haut über die ausgestellten Skelette zu streifen, sie einzufärben, Federn oder Fell zu geben.


Ein Tyrannosaurus Rex reckt sein Haupt über unsere Köpfe. Ein gewaltiger Schädel. Riesige Zähne in seinem Maul. Mit wenigen Kieferöffnungen würde man in seinem Bauch verschwinden. 
In diesem Land vor unserer Zeit möchte ich nicht gestrandet sein. Bei diesen Tieren verblieben nur wenige Tage für das Überleben. 
Selbst, wenn man nicht durch Rex(i) ums Leben kommen würde, gäbe es eine Vielzahl anderer gefährlicher Tiere. Einige davon konnten schon aus der Luft ihre Beute ausmachen und dann jagen. 
Sicherlich gab es auch kleinere, nicht weniger gefährliche, Tiere mit scharfen Zähnen oder Klauen. Nicht vergessen wollen wir die Tiere, die es schafften, mit List und Tücke ihre Beute aus Verstecken zu jagen. 
Die mit wehrhaften Spitzen – mit oder ohne Gift – gab es sicher auch noch. Die kein Beuteschema hatten, waren Pflanzen-fresser. 
Aber auch diese waren sehr wehrhaft. Entweder mit großen spitzen Hörnern oder einem Knochen am Ende ihres Schwanzes. Panzerungen versprachen ebenfalls Schutz vor den gefräßigen Räubern. 
Aber schlichte Größe half auch, nicht gejagt zu werden. Da wir all dies nicht besitzen, ist der Wunsch, in diese Zeit versetzt zu werden, äußerst gering.
Nach einem kurzen Abstecher in das Gruselkabinett mit den eingelegten Hirnen, Nervenbahnen und Embryonen war die Zeit bereits überschritten und wir gingen zum Foyer zurück. 
Dort warteten bereits die anderen Teilnehmer. Wir verließen gut gelaunt und erstaunt über die andere Betrachtung der Ausstellungsstücke das Senckenbergmuseum. 
Draußen war es fast ganz dunkel geworden, aber es regnete nicht mehr und das Gewitter war weit weg. Wir verabschiedeten uns und traten die Heimreise an.



Eure Jugendleitung
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